Im April müssen alle Veranstaltungen des Heimat- und Geschichtsvereins ausfallen. Die Jahreshauptversammlung wird verschoben. Das Dorfmuseum ist bis auf Weiteres geschlossen.

Gründung und Aufgaben
Hans-Günter Frech Vorsitzender

Der Heimat- und Geschichtsverein wurde im Jahr 1987 gegründet. Mit historischen und kulturellen Veranstaltungen, Schriften zur Dorfgeschichte und regelmäßigen Ausstellungen pflegt er die historische Erinnerung im Dorf.

Als zentralen Ort des geschichtlichen Gedächtnisses hat der Verein ein Dorfmuseum in einem alten Bauernhof in der Limesstraße 12 eingerichtet. In mehreren Räumen werden darin die dörflichen Arbeits- und Wohnverhältnisse früherer Zeiten präsentiert. Die Ausstellungsräume sind von März bis Oktober an jedem 2. Sonntag im Monat im Rahmen des Museumscafés von 14.30 bis 18.00 Uhr geöffnet. Führungen können auch separat vereinbart werden. Der Heimat- und Geschichtsverein Ostheim ist Mitglied im Hessischen Museumsverband.

Unterstützen Sie den Verein durch ihre Mitgliedschaft oder durch eine Spende. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind vom Beitrag befreit.   Mitgliedsantrag

Bankverbindung: VR Bank Main-Kinzig-Büdingen, IBAN: DE31506616390000022888, BIC: GENODEF1LSR

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Neuerscheinung zur regionalen Geschichte:
Marlen Dannoritzer: „Mit betendem Herzen und helfender Hand“. Die hessische Kleinstadt Windecken im ersten Kriegsjahr 1914/15. Lit Verlag, Berlin 2020. 124 S., 19,90 EUR, geb., ISBN 978-3-643-14583-3

In der kleinen Stadt Windecken nördlich von Hanau gab der Drucker und Ladeninhaber Wilhelm Scheer (1878–1937) zwischen 1908 und 1915 die „Windecker Zeitung“ heraus. Das zweimal wöchentlich erscheinende Blatt stellt eine seltene und sehr wertvolle lokalgeschichtliche Quelle dar. Insbesondere für das erste Kriegsjahr 1914/15 liefert sie vielfältige Einblicke in die Lebensverhältnisse an der sogenannten „Heimatfront“. Die in der Zeitung enthaltenen Berichte, Kommentare, Inserate und Bilder zeigen, welche Auswirkungen der Krieg auf die Bewohner des Ortes hatte und wie sie darauf reagierten. Marlen Dannoritzer wertet die Windecker Zeitung erstmals umfassend aus und rekonstruiert anhand dieser bislang kaum genutzten Quelle die Kriegserfahrungen der Windecker Bevölkerung.

Marlen Dannoritzer ist in Seligenstadt geboren und aufgewachsen. Sie studierte Geschichte, Romanistik und Theologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Inzwischen arbeitet sie als Journalistin in Berlin.

Das Buch wird in Kürze veröffentlicht und kann über den Geschichtsverein bezogen werden. Bestellungen bitte an: Jürgen Müller


Kriegschronik Ostheim 1914–1920

Pfarrer Friedrich Fink führte während des Ersten Weltkriegs eine Chronik, in der er über die Begebenheiten in der Gemeinde berichtete. Die Evangelische Kirchengemeinde Ostheim hat zugestimmt, dass dieses wertvolle Dokument zur Dorfgeschichte veröffentlicht wird. Derzeit wird die Chronik abgeschrieben und für die Publikation vorbereitet. Es ist vorgesehen, die Chronik in Buchform im Jahr 2020 vorzulegen. Von den vielen interessanten Nachrichten in der Chronik ist der Bericht des Pfarrers über die Abnahme der Kirchenglocken im Jahr 1917 besonders eindrucksvoll. Die Abgabe der Glocken wurde von der Reichsregierung angeordnet, um sie einzuschmelzen und das Metall für Kriegszwecke zu verwenden. Hier der Bericht von Pfarrer Fink darüber:

Infolge Verfügung des General-Kommandos vom 1. März 1917 betr. Beschlagnahme, Bestandserhebung und Enteignung sowie freiwillige Ablieferung von Glocken aus Bronze mußte sich die Gemeinde von ihrer größten Glocke trennen, sie stammt aus dem Jahr 1699 aus der Glockengießerei von Schneidewind zu Frankfurt a/M und wurde im Jahre 1848 unter Pfarrer Jakobi von dem Glockengießer Phil. Bach zu Windecken umgegossen; sie hat ein Gewicht von 440 kg. Weil diese Glocke zugleich die Stunden anzeigte, wünschte die Gemeinde sie zu behalten, es wurde jedoch nicht gestattet. Wegen zu großer Schwierigkeiten beim Abtransport wurde die Glocke am 27. Juni 1917 zufolge Presbyterialbeschluß vom 24.6.17 von den beiden hiesigen Schmiedemeistern Friedrich Rose und Friedrich Schultz im Turm zerschlagen. Am 27. Juni 1917 um ½ 9 Uhr Vormittags läuteten die beiden Glocken zum letzten Mal zusammen, es ging allen durch die Herzen. Jahrzehnte haben sie die Gemeinde geladen mit ihrem Ruf: Kommt es ist alles bereit! Sehet zu, daß ihr nicht vergeblich die Gnade Gottes erlanget! Wer aus Gott ist, der hört Gottes Wort. Als wir zum letzten Mal ihren Klang vernahmen und genau hinhorchten, da war uns, als wenn sie immer wieder riefen: Der Herr ist treu, der Herr ist treu.