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Szene aus der Aufführung „Die Mühle im Schwarzwald“

In Ostheim hat das Theaterspiel eine Tradition, die zurück in die 1930er Jahre geht. Zu dieser Zeit gab es, besonders in der Vorweihnachtszeit, Schultheateraufführungen im großen Saal des Gasthauses Müller/Schütz in der Hanauer Straße. Nach dem Krieg fand schon am 1. Weihnachtstag des Jahres 1945 eine Aufführung im Saal Müller/Schütz statt. Das Stück hieß „Der alte Schmied“.

In den folgenden Jahren wurde noch so manches auf die Bühne gebracht: bei Faschingsveranstaltungen und sogenannten „Bunten Abenden“. Der Zuspruch im Dorf war gewaltig. Der Drang nach Zerstreuung und Ablenkung war so groß, dass im Frühjahr 1949 die „Theater-Spielgruppe Ostheim 1949“ gegründet wurde. Initiator war Hans Östreich mit Gerhard Figge, Richard Wörner, Wilhelm Kittel, Helmut Förter, Lenchen Kley, Hedwig Kraft und vielen anderen Ostheimern. Die Spielgruppe bestand aus 44 Laienspielern. Zu Weihnachten 1949 brachte man die Operette „Winzerliesel“ auf die Bühne und zu Weihnachten 1950 das Theaterstück „Die Mühle im Schwarzwald“.

Auch das Schultheater wurde wiederbelebt. 1950 führte der Ostheimer Lehrer Willi Pieh mit seiner Klasse Jahrgang 1937 einige Schwänke des Schusters Hans Sachs (1494–1576) aus Nürnberg auf. 1951 kam die Theaterzeit zu einem unfreiwilligen Ende. Der Eigentümer des Gasthauses, Karl-Heinz Schütz, baute seinen Theatersaal zu einem Kino um. 1990 traf sich die ehemalige Theatergruppe zu einer Wiedersehensfeier im Vereinsheim des FC Sportfreunde Ostheim.