Der Schuhmacher
Schon bei den Griechen entwickelte sich aus einer einfachen Schutzhülle des Fußes der Schuh. in seinen vielfältigen Formen bis hin zum Zeichen des sozialen Standes. Dennoch blieben bis zu den Schuhmachern des l8.Jahrhunderts die Herstellungsverfahren gleich. Die gängigsten Werkzeuge waren die Ahle, der Kneif, die Leisten und der Hammer. Bis zum Jahre 1850 fertigten die Schuster für beide Füße jeweils zwei gleiche Schuhe an. Weil jeder Schuh mal links mal rechts getragen wurde, wurden die Füße verformt und arg malträtiert. Einen linken und einen rechten Schuh gab es erst seit der Französischen Revolution. Fünf Werkzeuge dienen zum Spalten des Leders: Das Krummesser, die Scheren; der Kneif, das Schneidewerkzeug schlechthin, zum Zerschneiden der Riemen, zum Beschneiden der Sohlen; das Aufstreichmesser, das die Ränder eine Einkerbung stärker hervortreten läßt; das Putzholz zum Ausputzen der Sohlen und zum Glätten der Kanten eines genagelten oder genähten Schuhs. Zum Zwicken gibt es eine ganze Reihe von Geräten: Flachzangen, Rundzangen, Biegezangen, Beißzangen, Schneidezangen, Falzzangen, Zwingen. Unerläßlich ist der Schmiedehammer, der Schwanenhals und, das Fußeisen, das als Amboß benutzt wird, der Nagelhammer. Unerläßlich auch sind die vom Leistenschneider geschnittenen Hilfen, die Leisten - Innenstützen für den entstehenden Schuh, um die herum das Leder aufgezogen wird. Zum Nähen braucht der Schuster unterschiedlich geformte Ahlen. Das Nähgarn wird durch Pech gezogen. Für die Aufputzarbeit des genähten Rohlings benötigt der Schuster ebensoviel Zeit wie für die eigentliche Herstellung. Um den Schuh auf Schliff zu bringen, werden Feilen Glaspapier und Schaber benutzt. Rauhe Stellen im Leder werden mit Flachfeilen, Raspeln und Rattenschwänzen beseitigt. Mit dem Glättbein (ein Knochen) werden die verschiedenen Teile des Schuhs geglättet und poliert. Anschließend wird mit einem Pinsel die Schwärze aufgetragen, läßt sie eintrocknen und reibt die Oberfläche mit einer Wachsschicht ein. Absatz und Sohle werden gleichermaßen geputzt. Mit den Zierrädchen wird die Verschönerungsarbeit beendet: Streifen, Muster, Blümchen werden in das Leder geprägt.