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Der Schreiner

Dem alten Testament ist zu entnehmen, daß der Tempel Salomons von phönizischen und jüdischen Schreinern ausgeschmückt wurde. Der König ließ ihn innen völlig mit Zedernholz austäfeln und den Fußboden ganz mit Tannenholz belegen. Die Fugen waren kunstvoll verziert, die Türen zum innersten Raum wurden aus Olivenholz gefertigt. Ohne Zweifel - die Kunst der Holzverarbeitung ist ein zeitlich kaum faßbares Handwerk. In Europa allerdings ist die Schreinerarbeit bis ins 14. Jahrhundert überwiegend Zimmerarbeit. Erst als ab Mitte des 14. Jahrhunderts der römische Hobel wieder zu Ehren kam, blühte das Schreinerhandwerk auf. Hobelbank, Werktisch, Bankknecht, Schnitzbank, Spannbock - das ist die Grundausstattung der Werkstatt zum Festhalten des zu verarbeitenden Holzes. Eine Fülle von Werkzeugen beeinflussen den Arbeitsprozeß: Leimknechte, Zwingen, Pressen, Zugmesser, Schäleisen, Wendeeisen, Schränkeisen, Schränkzangen, Handsägen, Stichsägen, Lochsägen, Winkelmaße, Streichmaße, Stechmeißel, Furniersägen, Feilen, Raspel, Löffelbohrer, Leierbohrer, Hammer, Zirkel, Rattenschwanz, Rauhbank, Schrupphobel, Kehlhobel, Gehrungshobel, Flachhobel, Stemmeisen, Falzhobel, Simshobel, Zungenhobel....... Schlichtweg: Das Schreinerhandwerk ist ein kunstfertiges Handwerk. Heute übernehmen überwiegend Präzisionsmaschinen die Handarbeit.