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Resignation in Sachen Museum

Jahreshauptversammlung beim Heimat und Geschichtsverein Ostheim - Pieh legt nächstes Jahr Vorsitz  nieder

Nidderau (fbo/rb). Bei der Jahreshauptversammlung des Heimat- und Geschichtsvereins Ostheim am Freitag im "Saloniki" gab es neben den üblichen Inhalten wie Jahresrückblick auf Veranstaltungs- und Finanzseite in diesem Jahr ein wichtiges Thema  nämlich das Museum.

Heinrich Pieh informierte die Mitglieder über den Fortgang beziehungsweise die Stagnation des Projektes. Was ist aus den hehren Zielen geworden, die in der Versammlung 2008 diskutiert wurden? Damals stand der inzwischen vollzogene Kauf des Anwesens Limesstraße 10-12 kurz vor dem Abschluss. Ein kultureller Mittelpunkt mit Museum für Handwerk und Landwirtschaft mit Alleinstellungsmerkmal und genügend Platz für einen Übungsraum für Sänger und für andere Vereine, ein Forum für Kleinkunst, Hofkonzerte, Lesungen sollten hier entstehen. Der Verein verfügt über eine Menge einzigartiger Exponate, die es gilt, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang sei Bürgermeister Gerhard Schultheiß zitiert, der bei der Sitzung 2008 sagte: "Es ist wichtig, die Werte und Traditionen, auf die unser Leben aufbaute, zu wahren und den nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen".

Es wurden Gespräche mit dem Museumsberater Dr. Hanno Broo und Museumseinrichter Alf Krister Job geführt. Das Architekturbüro Klaus Heim wurde eingebunden, Ideen entwickelt, angelehnt an das Kulturkonzept der Stadt. Die Ergebnisse dieser Beratungen wurden in einem Ar­beitspapier festgehalten und an die Stadt weitergegeben. "Allerdings wurde das Papier im Magistrat bis heute nicht vorgelegt", stellte Pieh resigniert fest. Auf dieser Grundlage sollte dann die Konzeption für das Museum aufgebaut werden. In den Haushalt wurden Gelder für die Bestandssicherung eingestellt, von denen letztendlich aber nur geringe Summen, für die Erstellung einer Nottreppe, tatsächlich dort hin flossen.

Die restlichen Finanzen wurden wieder abgezogen und anderweitig eingesetzt. Besonders ärgerlich findet es der Verein, dass man im Zuge des Konjunkturprogramms keine Gelder für das Museum angefordert hat. Eine Anschubfinanzierung wurde in Aussicht gestellt, dann aber umgeleitet für den Anbau eines Probenraumes für die Gesangvereine an das Bürgerhaus. An diesem Punkt wurde es kurz laut, als ein Mitglied, das gleichzeitig auch Sänger ist, den neuen Probenraum verteidigte mit der Begründung, da sei das Lokal wenigstens in der Nähe, wenn man nach der Probe noch etwas trinken wolle. Diese Begründung konnte nicht allgemein nachvollzogen werden, da zwei Lokale vom Museum nur etwa zwei Minuten Fußweg entfernt sind.

Die Idee der Stadt, das Wohnhaus, dass zu dem Anwesen gehört zu vermieten, stieß bei den Mitgliedern des Vereins auf Unverständnis,  zumal das Gebäude durch einen Wasserschaden - im letzten Winter waren Wasserrohre mangels Heizung und weil das Wasser nicht abgestellt war, eingefroren -  einen hohen Sanierungsaufwand benötigt, um es auf einen heute üblichen Wohnstandard zu bringen. "Man kann dann keine Veranstaltungen mehr durchführen, Ärger ist hier vorprogrammiert", war die einhellige Meinung der Anwesenden.

Ärger hatten sie schließlich schon genug als Mieter dieses Anwesens. Viel besser wäre es, das Gebäude "wie in früheren Zeiten „ instand zu setzen und dort, im Stil der Hessenpark-Häuser, eine Wohnung herzurichten, die den interessierten Menschen zeigt, wie früher gelebt wurde, war der Vorschlag von Helmut Weider: Das bietet sich an und würde nur einen Bruchteil der Sanierungskosten ausmachen.

Es gilt jetzt ganz einfach herauszufinden, ob denn überhaupt noch Interesse besteht, ein solches Museum zu errichten. Dass finanzielle Mittel weder in vollem Umfang noch von heute auf morgen zur Verfügung stehen, darüber ist man sich im Verein,völlig im Klaren.

Dass der Verein aber nicht alles alleine stemmen kann ist ebenso klar. "Was wir brauchen, ist ein Signal, dass das Kultur­konzept, dass seinerzeit entwickelt wurde auch für das Museum Ostheim zum Tragen kommt", wünscht sich nicht nur der Vorstand. Optimal wäre eine fruchtbare Zusammenarbeit des Heimat- und Geschichtsvereins, der Vereinsgemeinschaft des Kulturrings, der Stadtverwaltung, der politischen Gremien, des Main-Kinzig­Kreises und des Hessischen Museumsverbandes. Um eine inhaltliche wissenschaftliche Konzeption erstellen zu lassen, müssten zunächst einmal Geld "in die Hand genommen werden".

Darauf aufbauend wäre dann die räumliche, gebäudliche Planung zu erstellen. Dann erst, gegebenenfalls auch parallel, können Anträge für eine Bezuschussung gestellt werden.

Am Ende der Versammlung wies Heinrich Pieh darauf hin, dass er im nächsten Jahr nicht mehr für den Posten des Vorsitzenden zur Verfügung steht. "24 Jahre Vorstandsarbeit sind genug", begründete er seinen Entschluss. Sicherlich spielt sein Kämpf gegen die Windmühlenflügel eine Rolle. Eine gewisse Resignation war ihm auf jeden Fall anzumerken.

Für 2010 sind wieder einige Veranstaltungen geplant. Das Highlight ist sicherlich das Museumsfest am 19. und 20. Juni dessen zentrale Themen "Tante Emma Läden" und Gasthäuser in Ostheim sind. Heinrich Pieh dankte allen, die ihm für diese Dokumentationen das Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben.

Bei den Gasthäusern fehlt nur noch "Die Glocke", Wer hier also Informationen und Bildmaterial hat, kann sich mit Heinrich Pieh telefonisch unter 0 6187/37 43 oder per Email unter geschichtsverein-ostheim@t-online.de in Verbindung setzen.